Therapielotsen verstehen

Therapielotsen verstehen
– wir starten unser wissenschaftliches Projekt!

Worum geht es?

Im Mittelpunkt steht die strukturierte Untersuchung der Lotsenarbeit von Therapeut:innen im Projekt Therapie lotsen unter dem Arbeitstitel:

„Therapie lotsen – Bedürfnisse sehen, Versorgung steuern, Wirkung erhöhen“.

Wir wollen wissenschaftlich erfassen, wie therapeutisches Lotsenhandeln in der Praxis konkret ausgestaltet ist: Welche Aufgaben übernehmen Therapielots:innen im Versorgungsalltag? Welche Hürden begegnen ihnen? Welche strukturellen Ermöglicher unterstützen ihre Arbeit? Und vor allem: Wo und für wen entsteht messbarer oder erfahrbarer Mehrwert?

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass das deutsche Gesundheitswesen stark segmentiert ist und an zahlreichen Schnittstellen Brüche aufweist. Generalistisch qualifizierte Lots:innen übernehmen hier eine verbindende Rolle, indem sie Versorgungspfade strukturieren, Bedarfe erkennen und koordinative Lücken schließen. Diese Arbeit wird bisher viel diskutiert und auch bereits untersucht– aber noch nicht mit Therapeut:innen im Mittelpunkt der Lotsenarbeit.

Was ist das konkrete Ziel?

Ziel des Projekts ist es, die therapeutische Lotsenarbeit qualitativ zu erforschen und ihre Wirkung differenziert sichtbar zu machen. Wir möchten herausarbeiten,

  • wie Lotsenarbeit konkret praktiziert wird,
  • welche Barrieren strukturell oder organisatorisch bestehen,
  • welche Rahmenbedingungen förderlich wirken,
  • und welchen spezifischen Beitrag Therapielots:innen zur Versorgungsqualität leisten.

Wer führt das Projekt durch?

Das Projekt wird von Fabian Schlumberger, Mitarbeiter der Mediplus TUR gGmbH initiiert und umgesetzt. Er ist ausgebildeter Physiotherapeut und hat einen Masterabschluss in Global Health. Aktuell promoviert er im Bereich Epidemiologie und Public Health. Das Projekt wird durch die Hochschule Bochum begleitet. Die Lots:innen der Therapie- und Frühförderlotsen selbst sind dabei zentrale Akteur:innen, aus deren Expertise die Erkenntnisse generiert synthetisiert werden. Im Sinne partizipativer Forschung wird auch die Einladung ausgesprochen, durch Workshops an der Analyse der Ergebnisse und Erarbeitung von Empfehlungen mitzuwirken.

Dieses Projekt ist mehr als eine Evaluation. Es ist ein bewusster Schritt, Verantwortung für die eigene professionelle Praxis zu übernehmen und sie transparent, reflektiert und evidenzbasiert weiterzuentwickeln. Es verbindet fachliche Präzision mit der persönlichen Frage nach Sinn und Qualität von Arbeit im Gesundheitswesen – und macht deutlich: Lotsenarbeit ist kein Zusatz, sondern ein zentraler Baustein moderner Versorgung.