Tele-Visite und Tele-Therapie
Erfahrungen aus Leipzig mit der Tele-Visite und Tele-Therapie.
Heute nehmen wir euch mit an unseren Standort nach Leipzig. Dort wurden im letzten Jahr viele Erfahrungen sowohl mit Tele-Visite, als auch mit Tele-Therapie gemacht.
Der Ursprung der Tele-Visite in Leipzig lag in dem Bedürfnis eines Patienten nach kontinuierlicher Therapie, die nicht mehr möglich war, da der behandelnde Arzt keine weiteren Verordnungen mehr ausschrieb. Die Idee entstand, Tele-Visite durch Ärztinnen aus dem Berliner MVZ anzubieten. Zuerst wurden die rechtlichen Fragen geklärt, anschließend die technischen Details besprochen. Hardware war vorhanden und durch Sprechstunde Online konnte die Tele-Visite durchgeführt werden. Danach war es wichtig, alle Beteiligten (behandelnder Arzt, Pflegeheim, gesetzliche Vertreter) zu informieren und mit ins Boot zu holen. Die Patient:innen wurde aufgeklärt und, wenn es gewünscht war, die Einwilligungen eingeholt.
Die Tele-Visite wurde dann durch zwei Therapeutinnen vor Ort begleitet. Zum einen die behandelnde Therapeutin, die Sicherheit und Kontinuität vermittelte und zum anderen Maria als technisch versierte Therapeutin, die schaute, dass diese digitale Lösung auch reibungsfrei läuft.
Für alle Beteiligten war die Situation neu und ungewohnt, aber vielleicht auch genau dadurch entstand eine sehr wohlwollende und entspannte Atmosphäre.
Insgesamt waren es in Leipzig 3 Patient:innen mit denen dieser neue Weg gegangen wurde. Durchgehend war es wichtig, offen und umfassend zu kommunizieren, Menschen abzuholen und zu begleiten. Die enge Zusammenarbeit machte Spaß und das Pilotprojekt war gelungen.
Maria sammelte im letzten Jahr ebenso Erfahrungen mit der Tele-Therapie.
Auch dort war der Auslöser ein konkretes Bedürfnis eines Patienten. Im Mai bekam sie einen Anruf eines Angehörigen, der Maria über eine Datenbank von Neolexon gefunden hatte, eine digitale Gesundheitsanwendung für Aphasietherapie. Der Wunsch war, dass Maria der Ehefrau Neolexon einrichtet, allerdings, und das war das Besondere, lebt das Paar in Kroatien. Der Mann hatte schon viele Praxen abtelefoniert und niemand bot Teletherapie an. Nun kam er zu Maria. Maria recherchierte viele Tage und gab den beiden schlussendlich die Zusage. Digitales Tool war, wie auch bei der Tele-Visite, Sprechstunde Online. Es wurden notwendige Rahmenbedingungen geklärt, Finanzierungsmittel recherchiert, die es für Hardware und Software in der Ergo- und Logotherapie gibt und am Ende die Einverständniserklärung unterschrieben.
In der Logopädie ist im Rahmenvertrag geregelt, dass bei Teletherapie der erste Termin immer in Präsenz stattfinden muss, da Diagnostik in Präsenz leichter durchzuführen ist. Von Anfang an hatte Maria mit den beiden eine sehr offene Kommunikation über die Rahmenbedingungen. Und so kam das Paar für die ersten beiden Termine nach Deutschland.
Durchgehend war in den folgenden Wochen viel Kommunikation notwendig. Für alle war viel Zeit und Geduld wichtig, um miteinander zu arbeiten. Zum Teil war z.B. die Internetverbindung in Kroatien sehr schwankend, je nachdem, wie im Dorf der Strom gerade beansprucht wurde.
Maria sammelte viele Erfahrungen und übte sich immer mehr in der Tele-Therapie. Dieses Jahr will sie sich weiterbilden, um Tele-Therapie in verschiedenen Kontexten anzubieten, wenn z.B. hochfrequente Therapie gebraucht, aber aufgrund von eingeschränkten mobilen Möglichkeiten in Präsenz nicht durchzuführen ist, oder auch in Gruppensettings kann Tele-Therapie Möglichkeiten eröffnen.
Danke euch in Leipzig für euren Mut und eure Offenheit für neue Wege.


