Unternehmensentwicklung – warum ist das wichtig?

Unsere Kollegin Kati Becker-Carta ist seit Anfang November 2025 bei uns als Referentin für Unternehmensentwicklung tätig. Vorher war sie jahrelang Teamleitung im Frankfurter Therapielotsen – Standort und hat diesen seit der Eröffnung im Oktober 2019 aufgebaut und geleitet. Was macht Kati jetzt für unsere Unternehmensentwicklung und warum ist das so wichtig? Das könnt ihr hier im folgendem Interview lesen.

Liebe Kati, du bist seit November 2025 in deiner neuen Rolle als Referentin für Unternehmensentwicklung tätig. Was hast du vorher gemacht und wie kam es zu dieser Aufgabe?

Ich würde sagen: Ich war vorher schon mittendrin – nur mit einem anderen Titel.

In den letzten Jahren war ich vor allem in der operativen Leitung unterwegs, habe mein Frankfurter Team mit viel Herz geführt, Strukturen mit aufgebaut und im Alltag ziemlich hautnah erlebt, was gut funktioniert – und wo es noch Luft nach oben gibt. Kurz gesagt: Ich war nah dran am echten Leben im Unternehmen. Und genau daraus ist die neue Rolle entstanden. Denn irgendwann kam die Frage auf: Was braucht es jetzt wirklich, damit wir uns als Organisation weiterentwickeln können? Die Antwort war kein kompletter Neustart, sondern eher ein bewusstes Weitergehen.

Ich durfte den Schritt machen, meine Erfahrungen aus der Praxis stärker auf die Meta-Ebene zu bringen – also weniger IM System zu arbeiten und mehr AM System. Oder etwas bildlicher gesagt: Früher stand ich mit auf dem Spielfeld, heute habe ich zusätzlich die Perspektive von der Seitenlinie – mit Blick aufs große Ganze, aber immer noch mit Herz für die Menschen im Spiel.

Und ganz ehrlich: Genau diese Kombination macht für mich den Reiz aus. Entwicklung passiert für mich nicht am Reißbrett, sondern im echten Miteinander. Meine Aufgabe ist es heute, dafür gute Räume zu schaffen, die richtigen Fragen zu stellen und manchmal auch den liebevollen Perspektivwechsel anzustoßen. Manche Lösungen sind manchmal schon da. Man muss sie nur gemeinsam sichtbar machen.

Was genau sind deine Aufgaben?

Die kurze Antwort wäre: Ich kümmere mich um Entwicklung.
Die ehrlichere Antwort: Es ist ein bisschen wie Jonglieren – nur ohne Zirkusmusik.

In meiner Rolle als Referentin für Unternehmensentwicklung bewege ich mich viel zwischen Menschen, Ideen und Strukturen. Ich begleite Prozesse, stoße Veränderungen an und sorge dafür, dass gute Konzepte nicht in der Schublade landen, sondern im Alltag ankommen. Und manchmal halte ich auch den Spiegel vor, wenn es hilfreich ist. Ein großer Teil meiner Arbeit besteht darin, genau hinzuschauen und näher nachzufragen: Wo stehen wir gerade? Was läuft schon richtig gut? Und wo dürfen wir noch mutiger, klarer oder auch einfach anders werden?

Ich arbeite viel konzeptionell, entwickle gemeinsam mit anderen neue Ansätze und übersetze große Themen in den Alltag – damit Entwicklung nicht nur gut klingt, sondern auch wirklich spürbar wird. Und dann gibt es noch den Teil, den man schwer in Stellenbeschreibungen packen kann: Ich verbinde. Perspektiven, Menschen, manchmal auch Gedanken, die vorher noch nichts miteinander zu tun hatten.

Für mich bedeutet meine Aufgabe vor allem, Räume zu schaffen, in denen Entwicklung möglich ist. Denn ich bin überzeugt: Veränderung funktioniert nicht auf Knopfdruck – sondern dort, wo Menschen sich einbringen, mitdenken und mitgestalten können. Und genau dafür sorge ich – mal leise im Hintergrund, mal sichtbar im Prozess, aber immer mit dem Blick auf das große Ganze.

Was magst du an deiner neuen Rolle besonders gerne – und was möchtest du bewirken?

Was ich besonders mag? Dass ich neugierig sein darf – und zwar ganz offiziell. Ich liebe es, Dinge zu hinterfragen, Zusammenhänge zu erkennen und gemeinsam neue Wege zu denken. Und ich mag diese Mischung aus Nähe und Überblick: nah an den Menschen, aber immer mit dem Blick aufs große Ganze.
Und ein Punkt liegt mir dabei besonders am Herzen: Wissen teilen. Ich bin ein großer Fan von Schwarmintelligenz – weil ich fest daran glaube, dass die besten Ideen oft schon im Unternehmen da sind. Sie müssen nur raus aus den Köpfen… bevor sie irgendwo still und leise verstauben.

Was ich bewirken möchte? Mehr Miteinander statt Nebeneinander – und weniger „Das haben wir schon immer so gemacht“. Ich möchte Räume schaffen, in denen Wissen fließt, Menschen sich einbringen und Entwicklung wirklich gemeinsam entsteht. Und wenn am Ende Ideen nicht mehr liegen bleiben, sondern anfangen zu wirken, dann denke ich mir: Genau dafür mache ich das.

Was bedeutet die Lotsenhaltung und Lotsen für dich in deiner aktuellen Funktion und Rolle?

Lotsen heißt für mich: Ich kenne nicht den fertigen Weg – aber ich helfe, ihn sichtbar zu machen.
In meiner Rolle geht es genau darum: Orientierung zu geben, wenn es unübersichtlich wird. Gerade dann, wenn gefühlt alles ein bisschen im Nebel liegt, finde ich es wichtig, nicht sofort mit Antworten zu kommen – sondern erst einmal gemeinsam hinzuschauen: Wo stehen wir eigentlich gerade? Und was könnte ein nächster guter Schritt sein?

Eine Lotsenhaltung bedeutet für mich, genau in diesen Momenten ruhig zu bleiben, den Überblick zu behalten und Vertrauen in den Prozess zu haben – auch wenn noch nicht alles klar ist. Ich sehe mich dabei nicht als diejenige, die den Weg vorgibt, sondern als die, die mit einer guten Mischung aus Fragen, Klarheit und manchmal auch einem kleinen Perspektivwechsel dafür sorgt, dass sich der Nebel langsam lichtet. Und ganz praktisch heißt das: zuhören, sortieren, ermutigen… und an den richtigen Stellen liebevoll irritieren.

Ich begleite, ohne zu ziehen – und gebe Orientierung, ohne die Richtung vorzugeben. Und wenn aus Nebel plötzlich wieder Richtung wird und Menschen sagen: „Jetzt sehen wir klarer“ – dann weiß ich, dass ich genau am richtigen Punkt wirke.

Vielen Dank, liebe Kati, für dieses spannende Interview und dein Wirken bei uns! Wir sind uns sicher, dass wir gemeinsam noch viel entwickeln und voranbringen können und freuen uns sehr, auf das, was noch kommt und was wir gemeinsam erreichen. Denn eines ist uns wichtig: wir bleiben immer am Ball und sehen (Weiter-) Entwicklung als einen wesentlichen Bestandteil eines erfolgreichen und mitarbeiterbezogenen Unternehmens.