10 Jahre an Bord: Kirstens Reise bei den Therapielotsen
Kirsten Drinhausen ist bereits seit einem Jahrzehnt an Bord der Therapielotsen und hat in dieser Zeit nicht nur den Standort Troisdorf begleitet und mitgestaltet, sondern auch die Entwicklung des gesamten Unternehmens hautnah miterlebt.
Zum Jubiläum haben wir mit ihr über ihren Weg zur Ergotherapeutin, ihre Rolle als Teamleitung und besondere Momente in ihrem Therapeutinnenleben gesprochen.

Liebe Kirsten, wie kamst du zu den Therapielotsen?
Ich brauchte dringend eine Veränderung. Ich war damals als Ergotherapeutin tätig und hatte teilweise 14 bis 15 Patient:innen am Tag, dazu Überstunden und Samstagsdienste. Mit meinen zu dieser Zeit sieben und neun Jahre alten Kindern wurde mir klar, dass ich mir meinen Arbeitsalltag anders wünsche.
Dann bin ich über eine Stellenanzeige auf die Therapielotsen aufmerksam geworden. Ich habe hospitiert und direkt gedacht: Wow, das ist eine richtig coole Arbeitsweise! Die Therapieeinheiten sind nicht durchgetaktet und vorgeplant, sondern ich kann meinen Tag viel freier gestalten.
Das war am Anfang allerdings auch eine Umstellung. Ich war den ständigen „Dauerstrom“ einfach gewohnt und musste erst einmal lernen, Tempo rauszunehmen. Plötzlich wurde mir nicht mehr alles vorgegeben und ich konnte selbst entscheiden, das war toll.
Nach etwa eineinhalb Jahren wurde ich Fachleitung, später dann Teamleitung und ich freue mich jeden Tag darüber, diesen Weg mit unserem Team weiterzugehen.
Warum bist du Ergotherapeutin geworden?
Ich wollte einen Beruf, bei dem ich wirklich etwas bei Menschen bewirken kann und der kreativ ist. Durch eine Freundin meiner Mutter bin ich dann auf “Beschäftigungstherapeutin” gekommen, wie es früher genannt wurde. Also bin ich nach meinem Abitur nach Marburg gegangen und habe an der Schule Fokus Ergotherapie (jetzt Hephata Ergotherapieschule Fokus) meine Ausbildung gemacht.
Gibt es eine besondere Anekdote aus deinem Therapeutinnenleben?
Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir vor allem die vielen schönen Momente mit meinen Patient:innen. Eine Patientin habe ich über längere Zeit begleitet, nachdem sie durch eine Krebserkrankung gelähmt war. Wir haben gemeinsam geschaut: Was braucht sie wirklich, damit ihr Alltag wieder ein Stück selbstbestimmter wird? Und dann kam nach ungefähr eineinhalb Jahren dieser besondere Moment: Sie konnte wieder selbstständig ins Bad fahren. Für andere vielleicht eine Kleinigkeit, aber für sie war es ein riesiger Schritt zurück in mehr Selbstständigkeit. Es flossen Tränen und das bewegt einen ungemein. Genau solche Momente sind es, die mir zeigen, warum ich diesen Beruf so liebe.
Was sind die Herausforderungen als Teamleitung und was magst du an dieser Position?
Ich mag die Position als Teamleitung total gerne, weil sie unglaublich abwechslungsreich ist und man viele Möglichkeiten hat, wirklich etwas zu bewirken und gemeinsam zu gestalten.
Besonders schön finde ich, die Mitarbeitenden auf ihrem Weg zu begleiten und zu sehen, wie sie sich entwickeln. Es ist toll zu beobachten, was passiert, wenn man jemandem Vertrauen schenkt und ihm die Freiheit gibt, eigene Ideen umzusetzen. Manchmal bekommen die Mitarbeitenden dadurch regelrecht Flügel und genau das mitzuerleben, macht mir unheimlich viel Spaß.
Natürlich bringt die Rolle auch Herausforderungen mit sich. Man muss viele unterschiedliche Themen und Menschen im Blick behalten und gleichzeitig Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Aber gerade diese Mischung macht die Position für mich so spannend.
Was macht den Standort Troisdorf aus?
Troisdorf war der erste Standort der Therapielotsen und stellt heute auch das größte Team. Was ich besonders schön finde: Bei uns arbeiten gerade in der Physiotherapie viele internationale Kolleg:innen. Wir sind ganz stolz, dass es uns so gut gelingt, ausländische Fachkräfte bei uns im Team zu integrieren. Dadurch kommen immer wieder neue Perspektiven und Erfahrungen ins Team und genau das macht uns aus. Einfach diese Mischung aus Offenheit, Zusammenhalt und einer guten Portion rheinischer Lockerheit macht Troisdorf zu etwas Besonderem.
Wie hast du die Entwicklung der Therapielotsen miterlebt?
Am Anfang war es ein bisschen so, dass jeder Standort sein eigenes Ding gemacht hat. Es gab einen sehr dehnbaren Rahmen und dadurch auch unglaublich viel Freiheit.
Inzwischen gibt es eine klarere Richtung und einen Rahmen mit festen Eckpunkten. Das finde ich sehr hilfreich, weil dadurch klarer ist, wo wir hinwollen und innerhalb welchen Rahmens wir uns bewegen können. Gleichzeitig bleibt aber genügend Raum, um Dinge auszuprobieren, zu gestalten und weiterzuentwickeln.
Was ist typisch für dich, auch abseits des Berufs?
In meiner Freizeit bin ich eigentlich am liebsten unterwegs und unter Leuten. Was mich ausmacht, da würden andere wahrscheinlich sagen: egal wo ich hinkomme, ich kenne immer irgendwen. Ich habe über die Jahre ein ziemlich großes Netzwerk aufgebaut. Ganz nach dem Motto: Ich muss nicht alles selbst wissen, aber ich weiß immer, wen ich fragen kann, um es zu erfahren.

